Überblick Workflow Design Optimierung Ergebnisse KiCad Bericht Downloads
Studienprojekt · 5 Credits / 150 h

Design und Simulation einer breitbandigen Vivaldi-Antenne mittels openEMS

Entwurf · FDTD-Simulation · Optimierung · KiCad-Layout

Abdellatif AliMatrikelnummer 1830082
Hochschule HannoverFakultät I – Elektro- und Informationstechnik
BetreuerProf. Dr.-Ing. J. Passoke
Projektbeginn08.07.2026
Geometriekontrolle des finalen Vivaldi-Antennenmodells: Speiseleiter, Massefläche und Port
Geometriekontrolle des finalen Modells — reale Taper-Kontur, aus den Simulationsdaten generiert

Worum es in diesem Projekt geht

Zielsetzung

Ziel des Projekts war der Entwurf einer möglichst breitbandigen, planaren Vivaldi-Antenne (Tapered-Slot-Antenne) auf FR4-Substrat mit koplanarer Speisung (CPW), ausgehend von einer unteren Grenzfrequenz von 850 MHz. Die Antenne wurde vollständig in der Open-Source-FDTD-Umgebung openEMS (angesteuert über GNU Octave) modelliert, simuliert und optimiert.

Arbeitsweise

Der Workflow umfasste den Aufbau eines parametrischen Antennenmodells, die systematische Diagnose und Behebung dreier numerischer Probleme, eine mehrstufige Parameteroptimierung (Taper-Länge, Aperturweite, automatisierter Sweep), die Bestätigungssimulation mit feinem Netz sowie die Übertragung des finalen Designs in ein fertigungsvorbereitetes KiCad-Layout mit Gerber-Export.

Stand der Arbeit

Abgeschlossen sind Modellierung, Simulation, Optimierung, KiCad-Layout, DRC-Prüfung und Gerber-Vorbereitung. Fertigung der Platine und messtechnische Verifikation per Netzwerkanalysator sind gemäß Aufgabenstellung ein möglicher Folgeschritt am Fachgebiet und wurden im Rahmen dieses Projekts nicht durchgeführt.

Diese Website ist eine visuelle Zusammenfassung. Der vollständige, verbindliche Projektbericht (PDF) enthält alle Herleitungen, Annahmen und Detailergebnisse und bleibt das maßgebliche Dokument — siehe Abschnitt „Bericht“.

Zentrale Simulationsergebnisse

Numerisch verifizierte Kenngrößen des finalen Designs, unabhängig aus den Rohdaten des Simulationsports nachgerechnet.

S11 bei 850 MHz
0
Anpassung an der geforderten unteren Bandkante
Resonanz 1
852,6 MHz
−13,05 dB
Resonanz 2
1290,5 MHz
−12,07 dB
Resonanz 3
1758,8 MHz
−9,39 dB
Eingangsimpedanz Zin @ 850 MHz
50,7 − j23,0 Ω
aus Portdaten nachgerechnet
Direktivität Dmax
0
bei 852,6 MHz
Strahlungswirkungsgrad
0
ηrad
Platinengröße
275 × 160 mm
Länge × Breite
Einordnung: Das S11 < −10 dB-Kriterium wird im simulierten Modell nur in zwei begrenzten Frequenzbereichen erreicht — 829–876 MHz und 1255–1324 MHz (zusammen ≈ 8,5 % des betrachteten Bandes 850–2000 MHz). Die Antenne ist damit an der geforderten unteren Bandkante angepasst, aber nicht durchgängig breitbandig über den gesamten simulierten Bereich angepasst. Details und mögliche Ursachen siehe Abschnitt „Optimierung“ und der Diskussionsteil des Berichts.

Ingenieurmäßiger Workflow

Projektbeginn: 08.07.2026. Acht chronologisch aufeinanderfolgende Arbeitsphasen, ohne festgelegtes offizielles Abschlussdatum. Kein minutengenaues Stundenprotokoll — die Einteilung fasst die bearbeiteten Themenblöcke sachlich zusammen.

Phase 1
Projektbeginn: 08.07.2026

Einarbeitung

Analyse der Aufgabenstellung, Literaturrecherche zu Vivaldi-/TSA-Antennen, Sichtung der FR4-Randbedingungen.

Details anzeigen +
Phase 2
Abschnitt 2

Werkzeugkette

Installation und Verifikation von openEMS/CSXCAD/Octave, Testläufe mit Referenzstrukturen.

Details anzeigen +
Phase 3
Abschnitt 3

Erstes Modell

Aufbau des ersten Vivaldi-Modells (CPW-Speisung, Taper-Geometrie, Lumped Port).

Details anzeigen +
Phase 4
Abschnitt 4

Fehlersuche

Diagnose und Behebung von Kurzschluss-, Netzlinien- und Zeitschrittproblemen (siehe Abschnitt „Design“).

Details anzeigen +
Phase 5
Abschnitt 5

Parameterstudien

Systematische Variation von Taper-Länge, Aperturweite und Taper-Rate, automatisierter Parametersweep.

Details anzeigen +
Phase 6
Abschnitt 6

Finale Simulation

Bestätigungssimulation mit feinem Netz, Auswertung von S11, Zin und Fernfeld.

Details anzeigen +
Phase 7
Abschnitt 7

KiCad / Gerber

Layoutübertragung, Footprint-Platzierung, DRC-Prüfung, Gerber-Export.

Details anzeigen +
Phase 8
Abschnitt 8

Berichterstellung

Verfassen, Layout und fachliche Schlussprüfung des Berichts.

Details anzeigen +

Vivaldi-/Tapered-Slot-Konzept

Exponentielles Taper-Profil, koplanare Speisung (CPW) und finale Designparameter des simulierten Modells.

Geometriekontrolle des finalen Modells: orange Speiseleiter, graue Massefläche, roter Port
Abb. 1 — Geometriekontrolle des finalen Modells (orange: Speiseleiter, grau: Massefläche, rot: Port). Zum Vergrößern klicken.

Die Massefläche folgt einem exponentiellen Profil y(x) = C₁·e^(Rx) + C₂ zwischen throat (y0) und Apertur (ya). Gespeist wird über eine koplanare Leitung (CPW): ein Mittelleiter mit beidseitigem Massespalt auf derselben Kupferlage, der am Taper-Übergang in den Schlitzleitungsmodus einkoppelt. Substrat: FR4, 1 mm, εr = 4,3, tan δ = 0,023. Simuliert mit openEMS/CSXCAD, angesteuert über GNU Octave.

ParameterFinaler Wert
board.length × board.width275 mm × 160 mm
taper.L240 mm
taper.ya60 mm
taper.y01,9 mm
taper.R0,023 /mm
feed.throat_run15 mm
Wcpw / g3,0 mm / 0,4 mm
SubstratFR4, 1 mm, εr = 4,3, tanδ = 0,023

Herausforderungen bei der Simulation

Drei voneinander unabhängige numerische Probleme mussten diagnostiziert und behoben werden, bevor belastbare Ergebnisse vorlagen.

Problem

S11 lag nahe 0 dB über das gesamte Band — ein Hinweis auf eine physische Kurzschlussstelle statt einer gültigen Anpassung.

Diagnose

taper.y0 war unabhängig von der CPW-Geometrie mit 1,0 mm belegt. Da die Massefläche im Speiseabschnitt erst bei x = Wcpw/2 + g = 1,9 mm beginnt, sprang die Massekontur am Übergang unstetig auf 1,0 mm zurück — näher an die Mittelachse als das offene Ende des Mittelleiters, wodurch Masse und Speiseleiter direkt an der Anregungsstelle überlappten.

Lösung

taper.y0 = Wcpw/2 + g gesetzt, sodass die Massekontur stetig an den CPW-Spalt anschließt.

Problem

Nach Behebung des Kurzschlusses ergab eine Folgesimulation eine unplausible FDTD-Zeitschrittweite von ca. 6·10⁻²⁰ s (erwartet: ≈ 10⁻¹²–10⁻¹³ s).

Diagnose

Die Analyse der Netzlinienabstände ergab einen minimalen Abstand von 4,4·10⁻¹⁶ mm zwischen zwei rechnerisch identischen, aber durch Rundungsfehler in der Exponentialfunktion geringfügig unterschiedlichen Koordinaten — die Courant-Bedingung wurde dadurch faktisch verletzt.

Lösung

Netzlinien mit einem Abstand unterhalb einer Toleranz von 0,01 mm wurden vor Übergabe an DefineRectGrid zusammengeführt.

Problem

Bei größeren Geometrien blieb der rekursive Glättungsalgorithmus von SmoothMesh wiederholt bei hoher CPU-Last ohne Ausgabe hängen.

Diagnose

Die hohe Anzahl an Taper-Abtastpunkten (N = 60) in Kombination mit eng benachbarten Kanten führte zu einem kombinatorischen Aufwand im Glättungsschritt.

Lösung

Reduktion der Taper-Abtastpunkte von N = 60 auf N = 10 sowie Vorfilterung eng benachbarter Kanten; einzelne Simulationsläufe reduzierten sich dadurch auf 25–80 Sekunden bei vollständiger numerischer Konvergenz.

Systematische Parameterstudie

Die Optimierung erfolgte in fester Reihenfolge, mit jeweils nur einem geänderten Parameter pro Iteration.

1

Taper-Länge L

Ausgehend von L = 130 mm (S11 ≈ −1 dB bei 850 MHz) schrittweise auf 160, 200 und 240 mm erhöht. Jede Vergrößerung verschob und vertiefte die Resonanzen, ohne eine durchgängige Breitbandanpassung zu erzeugen.

2

Aperturweite ya

Eine Vergrößerung auf ya = 70 mm mit reduzierter Taper-Rate führte zu numerischer Instabilität (ansteigende statt abklingende FDTD-Energie). Bei stabiler Taper-Rate ergab sich ein schlechteres S11 als bei ya = 50 mm — nicht weiterverfolgt.

3

Automatisierter Sweep

Ein Sweep-Skript testete sechs (L, ya)-Kombinationen mit reduziertem Explorationsnetz. Die beste Worst-Case-Kombination wurde anschließend mit feinem Netz final bestätigt.

taper.L (mm)taper.ya (mm)Schlechtester S11 im Band (dB)Tiefster Dip (dB)bei f (MHz)
24060−3,18−13,54843
20050−3,16−18,88972
24050−2,79−16,59860
20060−1,86−8,281501
16050−1,35−13,89597
16060−1,31−7,561162

Ergebnisse des automatisierten Parametersweeps (Explorationsnetz, begrenzte Zeitschrittzahl). Keine der sechs Kombinationen erreichte S11 < −10 dB durchgängig über 850–2000 MHz. L = 240 mm, ya = 60 mm zeigte den besten Worst-Case-Wert und wurde als finales Design mit verfeinertem Netz in einer separaten, vollwertigen Bestätigungssimulation bestätigt (siehe Abschnitt „Ergebnisse“) — die Sweep-Werte oben stammen bewusst aus dem schnelleren Explorationsnetz und unterscheiden sich daher leicht von den finalen, verifizierten Kennwerten.

Simulationsergebnisse im Detail

Alle Abbildungen stammen direkt aus der finalen, verfeinerten Bestätigungssimulation. Klicken zum Vergrößern.

Fertigungsvorbereitetes Leiterplattenlayout

Die Kupferkontur wurde nicht von Hand nachgezeichnet, sondern direkt aus den Taper-Formeln als SVG exportiert und maßstabsgetreu (1:1) in KiCad importiert.

KiCad-Platinenlayout mit SMA-Edge-Launch-Footprint
Abb. 7 — KiCad-Platinenlayout. Zum Vergrößern klicken.

SMA-Edge-Launch-Footprint

Amphenol 132289 (SMA_Amphenol_132289_EdgeMount), Mittelpin exakt auf den CPW-Speisespalt ausgerichtet (X = 80 mm, Y = 0 mm, Rotation 90°).

Design Rule Check (DRC)

13 Hinweise geprüft und als unkritisch eingeordnet — bedingt durch den grafischen Geometrie-Import ohne Schaltplan-Netzliste und die bewusst randbündige Massefläche des simulierten Modells.

Gerber-Export

F_Cu, B_Cu, F_Mask, B_Mask, F_Silkscreen, B_Silkscreen, Edge_Cuts, job.gbrjob sowie PTH-/NPTH-Bohrdateien (Excellon), Koordinatenformat 4.6 mm, X2-Format — zusammengefasst in Vivaldi_PCB_Gerber_Export.zip.

Fertigung & VNA-Messung: möglicher Folgeschritt am Fachgebiet, im Rahmen dieses Projekts nicht durchgeführt

Vollständiger Studienprojektbericht

Der PDF-Bericht ist das maßgebliche, unveränderte Dokument — inklusive Herleitungen, vollständigem Literaturverzeichnis und der Offenlegung des KI-Einsatzes.

Titelseite des Studienprojektberichts: Design und Simulation einer breitbandigen Vivaldi-Antenne mittels openEMS Titelseite
Inhaltsverzeichnis des Studienprojektberichts Inhaltsverzeichnis
Erste Seite von Kapitel 1 (Einleitung) des Berichts 1. Einleitung
Vollständigen Bericht eingebettet anzeigen (PDF-Inline-Vorschau)

Die eingebettete PDF-Vorschau wird von dieser Vorschau-Umgebung nicht unterstützt. Das ist eine bekannte Einschränkung der Artefakt-Sandbox, keine fehlerhafte Datei — die Titelseite, das Inhaltsverzeichnis und Kapitel 1 sind oben als echte Seitenbilder aus dem korrigierten PDF zu sehen. Nutzen Sie „Bericht im Browser öffnen“ oder „PDF herunterladen“ für die vollständige Ansicht.

19 Seiten · korrigierter Stand · Titelseite, Inhaltsverzeichnis und Kapitel 1 oben als reale Vorschauseiten, vollständiger Inhalt über die Buttons.

Projektdateien

Kuratierte Auswahl der wesentlichen Projektdateien, organisiert nach Kategorie. Entwurfs-, Zwischen- und private Arbeitsdateien sind bewusst nicht enthalten.

Gesamtpaket (ZIP)

Alle oben genannten Kategorien in einem Archiv — Bericht, Simulation, KiCad, Fertigungsdaten und Ergebnisse.

Gesamtpaket herunterladen

Hinweis zu akademischem Rahmen und Verantwortlichkeit. Diese Website dient als visuelle Zusammenfassung des Studienprojekts. Der vollständige, unveränderte Projektbericht (PDF/DOCX) bleibt das maßgebliche und verbindliche Dokument.

Sämtliche fachlichen Entscheidungen — Antennenentwurf, elektromagnetische Modellbildung, Wahl der Simulationsparameter, Fehlersuche, Optimierung, Interpretation der Ergebnisse — sowie die abschließende technische Verantwortung für den Inhalt liegen beim Autor, Abdellatif Ali.

KI-gestützte Werkzeuge wurden im Projekt unterstützend eingesetzt und ausschließlich im Umfang dokumentiert, wie im Kapitel „KI-Nutzung“ des Berichts offengelegt (u. a. Erläuterung theoretischer Grundlagen, Debugging-Unterstützung, sprachliche Überarbeitung, Formatierungsprüfung). Private Chatverläufe oder vollständige KI-Prompts werden hier nicht veröffentlicht.